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Erfahrungsbericht

Wie ich zur PPL (H) Ausbildung bei Air Lloyd kam

Auf der Suche nach einer Flugschule für die Ausbildung zur PPL(H)- Lizenz wurde mir über einen Bekannten die Air Lloyd Flugschule empfohlen. Bei der Air Lloyd Flugschule am Standort Halle Oppin erwartet dich kein klimatisierter Prachtbau mit verglasten Schulungsräumen wie z.B. an einer großen Flugschule in Hessen. Dafür erwartet dich in einem Blechcontainer, welcher offenbar als provisorische Dauerlösung dient, ein herzliches Team, in dem du dich ab der ersten Minute als Teil einer Familie zugehörig fühlst.

Bei der ersten telefonischen Kontaktaufnahme erfolgte umgehend ein Rückruf und eine ausführliche Beratung zur Ausbildung, zu den Möglichkeiten des Fernlehrganges, sowie zu den möglichen Mustern R22 und R44 durch den Niederlassungsleiter und Ausbilder Herrn Krüger. Der Vertrag wurde im Mai 2019 unterzeichnet und die ersten Flüge fanden Anfang Juni statt.

Durch berufliche Einschränkung im Sommer meinerseits und Krankheit bei der Air Lloyd andrerseits wurde die Ausbildung erst Mitte September fortgeführt. Ab da war auch ein zweiter Fluglehrer verfügbar und es ging rund. Grundsätzlich war Herr Krüger terminlich recht flexibel und somit die Ausbildung berufsbegleitend für mich gut möglich. Corona sorgte für eine Ausbildungsunterbrechung von knapp zwei Monaten, die durch intensives Training im Anschluss wett gemacht wurden. Somit konnte ich meine gestecktes Ziel- Ausbildungsende im Juni 2020- erfolgreich erreichen.

Die Theorie in der Ausbildung zum PPL (H) Pilot

Die Theorie wollte ich als Fernlehrgang absolvieren. Es zeigt sich, das das Schulungsmaterial von CAT sehr umfangreich, aber auch schwer verständlich ist und fachlich weit über die Anforderungen an die PPL hinausgeht.

Zum Teil sind auch Fehler enthalten. Vielleicht findet Air Lloyd hier einen weiteren Partner. Der Präsenzunterricht war verständlich und Praxis- bezogen.

Meine Vorkenntnisse aus der BPL- Lizenz waren hier vom Vorteil. Vor Allem sicherheitsrelevante Themen wurden regelmäßig immer wieder wiederholt und verinnerlicht- das gibt ein gutes Gefühl.
Wo immer es sich thematisch anbot, ging es kurzerhand nach nebenan zur Air Lloyd Technik oder auch zur ALT, wo man sich als Schüler diverse technische Bauteile im zerlegten Zustand hautnah anschauen konnte. Der Beste Weg, den Unterschied verschiedener Rotor- Köpfe und Rotor- Blatt- Bauarten zu verinnerlichen. Auch zerlegte Triebwerke waren nicht uninteressant - welche Flugschule kann das bieten? Natürlich bestand auch jederzeit die Möglichkeit das Team der Technik direkt mit technischen Fragen zu löchern- ein tolles Team und eine tolle Zusammenarbeit!

Die Praxis in der Ausbildung zum PPL (H) Pilot

Während der Ausbildung bin ich mit 4 Fluglehrern geflogen. Das war gut, denn jeder hat einen anderen Blickwinkel und spezielle Tipps, um die eigene Leistung zu verbessern.
Sehr beeindruckt war ich, als sich die Ausbilder vor dem Training nochmals untereinander geschult haben.

Generell ist das Training sehr strukturiert und effektiv. Auf verändernde Bedingungen wird umgehend reagiert und „Plan B“ geflogen. Entspanntes dahin tingeln bei rotierendem Stundenzähler gibt es nicht: jede Flugminute kostet Geld und wird effektiv genutzt. Dabei wirst du an deine Leistungsgrenze gebracht und lernst darüber hinaus zu gehen und somit die eigene Leistung stetig zu verbessern und auch in unerwarteten Situationen routiniert zu Handeln.

Das Training insbesondere durch den sehr erfahrenen Fluglehrer Herrn Krüger geht weit über die Prüfungsanforderungen hinaus und eröffnet, was einen guten Piloten ausmacht. Parallel haben 2 weitere Schüler in Oppin die PPL- Ausbildung absolviert, wobei fliegerisch 2 Schüler pro Tag parallel unterrichtet wurden. Auch das war sehr positiv denn die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches bringen einen auch in Situationen eines Ausbildungs- Tief weiter.

Sehr gut war auch die Möglichkeit untereinander das Training der anderen Studenten hinten in der Maschine zu begleiten.
Das bringt nochmals einen anderen Blickwinkel und hilft dir ungemein bei der Selbstreflexion der eigenen Leistung. Das ist Klasse! Bei den verschiedene Notverfahren wurden von den verschiedenen Ausbildern auch andere Verfahren der Umsetzung gezeigt, die ich simpler fand. Gegebenenfalls sollte man die „Standardisierung der fliegerischen Verfahren“ der Air Lloyd- eine immens nützliche Fibel- in einigen Punkten überprüfen und anpassen.

Die Hubschrauber

Die Hubschrauber waren stets top in Ordnung.
Durch die unmittelbare Nähe der AirLloyd Technik war der Klarstand der Maschinen in der Ausbildung immer sichergestellt und Kleinigkeiten, wie eine defekte Glühbirne konnten direkt behoben werden! Sehr gut!
Für das, im Vergleich zu anderen Flugschulen, hohe Preisniveau, wäre ich über eine modernere Instrumentierung der Hubschrauber nicht abgeneigt gewesen.

Zusammenfassung

Zusammenfassend kann ich sagen: Die Ausbildungstage bei der AirLloyd sind teils Lang und anstrengend, aber du fährst glücklich mit einem breiten Grinsen nach Hause.
Die Qualität der Ausbildung und der Ausbilder ist hervorragend und meine Erwartungen wurden erfüllt. Ich kann die Ausbildung bei der AirLloyd weiterempfehlen.

Ich bedanke mich nochmals auf diesem Weg bei dem Team der AirLloyd in Oppin für die tolle Zeit, die gute Zusammenarbeit und die gute Ausbildung!
Jens-Uwe Kraft